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INFORMATIONEN ÜBER DIE TURKEI
 

Offizieller Staatsname : Republik Türkei.   

Fläche : 773.473 qkm.

Bevölkerungszahl : 74.709.410 (2005)

Bevölkerungsdichte : 97 pro qkm.

Hauptstadt : Ankara

Einwohner : 3.579.710 (2005)

Geographie

Die Türkei grenzt im Nordosten an das Schwarze Meer und Georgien, im Osten an den Iran, im Südosten an den Irak, im Süden an Syrien und das Mittelmeer, im Westen an das Ägäische Meer und im Nordwesten an Griechenland und Bulgarien. Kleinasien (oder Anatolien) umfasst 97% des Landes und liegt auf einer großen, breiten Halbinsel, die von Osten nach Westen 1650 km breit und von Norden nach Süden 650 km lang ist. Die Pontic -Bergkette im Norden und die Taurus-Bergkette im Süden umschließen das zentrale Plateau Anatoliens und gehen dann in das riesige Gebirgsgebiet im Osten des Landes über. Hier entspringen die Flüsse Euphrat und Tigris.

Staatsform

Republik seit 1923. Verfassung von 1982, letzte Änderungen 2005. Einkammerparlament (Türkiye Büyük Millet Meclisi) mit 550 Mitgliedern, die alle fünf Jahre direkt gewählt werden. Die Nationalversammlung wählt den Präsidenten auf sieben Jahre. Staatsoberhaupt.

Sprache

Amtssprache ist Türkisch. In Städten und Touristenorten wird oft Deutsch, Englisch und daneben Französisch gesprochen.

Religion

Islam (99,8%, meist Sunniten); christliche und jüdische Minderheit.

Ortszeit

MEZ + 1. Letzter Sonntag im März bis letzter Sonntag im Oktober: MEZ + 2 (Sommerzeit in der Türkei = Standardzeit MEZ (Winterzeit in Mitteleuropa) + 2 Std.). Differenz zu Mitteleuropa beträgt im Sommer und im Winter jeweils +1:00 Std.

Netzspannung : 220 V, 50 Hz.


Die westliche Mittelmeerküste
 

Die Türkische Riviera ist ein viel besuchtes Urlaubsgebiet, das mit viel Sonnenschein um Besucher wirbt. Die Türkische Riviera reicht von der Provinz Antalya im Westen bis zum Kap Anamur im Osten. In dieser Region findet man überall Kreuzritterburgen und andere Zeugnisse einer bewegten Geschichte. Mitten in der Provinz Antalya, die sich im Osten von Alanya bis nach Kalkan im Westen erstreckt, liegt auf einer Klippe die gleichnamige Stadt Antalya, die über Jachthafen und ausgezeichneten Hotels verfügt. Sie ist idealer Ausgangspunkt für Ausflüge zu den antiken griechischen Städten Perge, Aspendos und Side. In Antalya selbst kann man das Hadriantor, die Moscheen Kesik Minare und Yivli Minare und den runden römischen Turm Hidirlik Kulesi besichtigen. Westlich von Antalya in der Nähe von Kemer liegt ein Feriendorf des Club Mediterranée. Außerhalb der hellenistischen Stadtmauern der Ruinen von Perge befindet sich ein gut erhaltenes römisches Amphitheater. Außerdem gibt es ein Siegestor, ein Thermalbad und eine Agora. Im eindrucksvollen Amphitheater (2. Jh.) in Aspendos werden noch heute griechische Tragödien aufgeführt. Nördlich der Stadt liegt das schönste römische Aquädukt in der Türkei. In Side, einem belebten Badeort, kann man nahezu unbeschädigte griechische Stadtmauern besichtigen sowie einen Brunnen, ein Theater, zwei Agoras und die römischen Bäder. Alanya, einer der populärsten Urlaubsorte am Mittelmeer, liegt in der Provinz Antalya am Fuße des Taurus-Gebirges unterhalb einer Seldschuken-Zitadelle. Eine Küstenrundfahrt mit dem Boot führt an Klippen und versteckten Buchten vorbei. Von der Zitadelle mit dreifachen Burgmauern hat man eine atemberaubende Aussicht. Der größte Reptilienpark der Welt, der EKO-Park bei Tekirova in der Provinz Antalya, ist seit 2005 auch für die Öffentlichkeit zugänglich. In dem Park, der momentan 50.000 qm groß ist, sind eine Vielzahl von Schlangenarten, Riesenechsen, Fröschen und Schildkröten sowie zahlreiche Kakteenarten, Heilpflanzen und exotische Bäume zu sehen.


Die östliche Mittelmeerküste

Eine landschaftlich schöne Straße führt von Anamur, dessen Stadtbild von einer auf einer Klippe gelegenen byzantinischen Burg beherrscht wird, nach Silifke. Das Museum der historischen Stadt enthält Funde der Ausgrabungsstätten dieser Region. Die Hafenstadt Mersin wurde auf bis in die Altsteinzeit zurückreichenden Fundamenten errichtet. Adana in der Cukurova-Ebene ist das Zentrum der türkischen Baumwollindustrie. Die enorme Taskopru-Brücke wurde im 2. Jahrhundert von Hadrian erbaut. Der überdachte Basar sowie die Kreuzritterburgen und Hethiter-Siedlungen in der Umgebung sind sehenswert. Von Iskenderun führt eine Straße über den Belen-Pass nach Antakya, dem biblischen Antiochia. Hier gründete Petrus die erste christliche Gemeinde. Etwas außerhalb der Stadt liegt die Grotte, in der er seine ersten Predigten hielt.


Die Ägäische Küste

Das antike Ionien ist eine der Wiegen der westlichen Zivilisation. An der herrlichen Küste liegen malerische Urlaubsorte und bedeutende Ausgrabungsstätten, hier wurden die Überreste des legendären homerischen Troja gefunden. Die Ruinen der einst bedeutenden Stadt Pergamon (das heutige Bergama) liegen südlich von Troja. Zu besichtigen gibt es den Athena- und den Trajans-Tempel, den Zeusaltar, eine Akropolis, ein Theater, ein Gymnasium, das Asklepion, ein Museum und eine Basilika aus roten Ziegeln. Die Hafenstadt Izmir, der Geburtsort Homers, ist die drittgrößte Stadt der Türkei. Die moderne Großstadt liegt in einer wunderschönen Bucht, umgeben von terrassenartig aufsteigenden Hügeln. Hier befand sich einst die griechische Festung Smyrna. Mehrere Erdbeben und ein großes Feuer haben die alte Siedlung fast vollständig zerstört. Übriggeblieben ist die auf dem Berg Pagos gelegene Zitadelle aus dem 4. Jahrhundert, die eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt, den Golf von Izmir und eine römische Agora mit gut erhaltenen Säulen und Statuen von Poseidon und Artemis bietet. Çesme mit ausgezeichneten Stränden, einer Festung aus dem 15. Jahrhundert, und Thermalquellen ist nur einer der vielen beliebten Urlaubsorte der Region. Die malerische Hafenstadt Sigacik, die Ruinen der alten ionischen Stadt Teos und die Sandstrände von Akkum liegen zwischen Izmir und Çesme. Am Fuß des Berges Pion befinden sich die Ruinen der griechisch-römischen Stadt Ephesus (das heutige Selçuk). Das Große Theater sowie die Celsus-Bibliothek sind inzwischen restauriert worden; außerdem können der Serapis-Tempel (2. Jh.), die Fassade des Hadrian-Tempels, die Hafenstraße, Häuser, die Agora, ein Gymnasium und ein Stadion besichtigt werden. Meryemana, angeblich das Haus der Jungfrau Maria, liegt in der Nähe von Ephesus in einem kleinen Tal des Bergs Bulbul Dagi. Die Ruinen von Priene, Milet und Didyma (einst eine bedeutende Orakelstätte) sind ebenfalls interessant. Sie liegen unweit des Ferienortes Kusadasi, der ausgezeichnete Sandbuchten hat und sich als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung anbietet. Weiter im Südwesten liegt die Küstenstadt Bodrum, dem Geburtsort des antiken Geschichtsschreibers Herodot. Hier befinden sich auch die Fundamente des Grabmals von König Mausolos, des imposanten Mausoleums, das eines der Sieben Weltwunder der Antike war. Die St.-Peter-Burg aus dem 15. Jahrhundert beherrscht das heutige Stadtbild. Von hier aus kann man Ausflüge zur griechischen Insel Kos unternehmen. Marmaris liegt an einer Förde und ist von Pinienwäldern umgeben. Ganz in der Nähe ist das Fischerdorf Datca, weiter südlich liegt Fethiye, ein Urlaubsort in einer geschützten Bucht mit vielen kleinen Inseln. Die Felsengräber der Lykier sind einen Besuch wert. Ganz in der Nähe liegt der erst vor kurzem entdeckte Öludeniz eine vom Meer geschützte Lagune mit kristallklarem Wasser, die unter Naturschutz steht. Pamukkale in der Nähe von Denizli ist bekannt für die spektakulären, zu Kalkstein erstarrten Wasserfälle. Die Heilkraft der Thermalquellen war schon den Römern bekannt. Hier befinden sich auch die Ruinen der römischen Stadt Hierapolis.


Thrakien und Marmara

Die Dardanellen, das Marmara-Meer und der Bosporus trennen die sanften Hügel und Sonnenblumenfelder des europäischen Thrakien vom asiatischen Teil der Türkei. In Edirne, der Provinzhauptstadt, stehen drei der schönsten Moscheen der Türkei, die Eski Cami, die Uc Serefeli Cami und die bekannte Selimiye. Berge, Wälder und Strände machen die umliegende Landschaft aus. Das pittoreske Marmara ist ein populäres Urlaubsgebiet. An der Küste liegen die Urlaubsorte Yalova, Erdek und Gemlik. Der Berg Uludag, der ehemalige sagenhafte Berg Olympus von Mysia, ist heute das bedeutendste Wintersportgebiet der Türkei. Am Fuß des Berges liegt die historische Stadt Bursa, die gleichzeitig ein Kurort ist. Sie zeichnet sich durch zahlreiche elegante Gebäude aus der ottomanischen Zeit aus, wie das Grüne Mausoleum und die Große Moschee. In der Stadt Iznik treffen Besucher auf Ruinen aus verschiedenen Epochen; Römer, Byzantiner, Seldschuken und Ottomanen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Hier werden die bildschönen Kacheln hergestellt, die so viele Moscheen und Paläste in der Türkei schmücken. Die Stadt Izmit, heute leider von Abgasen verpestet, hat antike Stadtwälle und ein römisches Aquädukt.


Istanbul

Istanbul, direkt am Goldenen Horn gelegen, stellt die Brücke von Asien nach Europa dar. Die bewegte Vergangenheit dieser Stadt, die einst Byzanz, dann Konstantinopel hieß und Hauptstadt des Römischen, Byzantinischen und Osmanischen Reiches war, hat ein umfangreiches Kulturgut hinterlassen. Unzählige Moscheen, Museen und prächtige Paläste, das farbige Leben am Ufer des Bosporus und die überdachten Basare geben der Stadt ein einzigartiges Flair.

Die Stadtteile: Istanbul besteht aus drei unterschiedlichen Teilen. Das alte Istanbul hat zahlreiche Parkanlagen und Gärten. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört der Topkapi-Palast, die Residenz der ottomanischen Sultane über vier Jahrhunderte. Von hier hat man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, auf das Goldene Horn, den Bosporus und das Mamara-Meer mit den Prinzeninseln bis hinüber nach Asien. Topkapi ist nicht nur ein Palast, sondern ein Komplex von Gärten, Gebäuden, Bibliotheken und natürlich dem Harem, dem Quartier der Frauen. Wenige Schritte vom Topkapi-Palast befindet sich die Hagia Sofia, einst eine römische Kathedrale aus dem 6. Jh., im Jahre 1453 in eine Moschee verwandelt und heute ein Museum. Die Blaue Moschee ist bemerkenswert für ihre sechs Minarette. Der größte überdachte Basar der Welt, Kapali Çarsi, ist eine der faszinierendsten Attraktionen Istanbuls. Wer sich im Trubel langsam gen Norden treiben lässt, landet im Ägyptischen Basar, dem Masir Çarsisi, dem Gewürzbasar. Nur wenige Schritte davon entfernt liegt die anmutigste Moschee der Stadt, Rüstem Pasa Camii. Auf der gegenüberliegenden Seite des Goldenen Horns liegen Pera und Galata, Sinnbild des modernen Istanbuls. Es gibt keine bedeutenden historischen Gebäude in diesen Stadtteilen, dennoch sind beide Viertel einzigartig. Die großen Hotels, die weitläufigen Plätze und das internationale Nachtleben bilden einen starken Kontrast zur Altstadt. Sehenswert ist die Prinzenpassage mit ihren vielen Restaurants. Üsküdar (Scutari) und Kadíköy, beide am dritten Ufer gelegen, sind die asiatischen Teile Istanbuls. Überfahrten werden von der Galata-Brücke aus angeboten. Zwei Hängebrücken, die längsten Europas, überspannen den Bosporus. Von ihnen hat man einen unvergesslichen Rundblick über Istanbul.

Die Umgebung: Zahlreiche Urlaubsorte am Bosporus wie Tarabya und Machka liegen ganz in der Nähe. Besonders sehenswert sind die alten Befestigungsmauern von Rumeli Hisarti, der Nationalpark am Berg Olympus von Mysia und die Ruinen von Troja. Boote fahren über den Bosporus zu den Prinzen-Inseln, die zweifellos einer der attraktivsten Ausflugsorte in der Umgebung von Istanbul sind. Die Inselgruppe besteht aus neun Inseln, die größte dieser Inseln ist Büyük Ada, die ca. 25 km von der Galata-Brücke entfernt liegt.


Die Schwarzmeerküste

In diese schöne Bergregion gibt es einige Ferienorte mit guten Sandstränden wie Kilyos, Sile, Akcakoca, Unye, Ordu und Giresun. Die Unterkünfte sind oft einfach. Eine landschaftlich interessante Straße verbindet die Bezirksstädte Samsun und Trabzon. In Samsun deutet nur wenig auf die historische Vergangenheit hin, die Stadt spielte jedoch eine bedeutende Rolle in der modernen Geschichte der Türkei. Ein Denkmal erinnert an den Unabhängigkeitskrieg, der hier 1919 begann. In Trabzon können die Ruinen einer byzantinischen Festung und zahlreiche andere alte Bauwerke besichtigt werden. Die Sofienkirche wurde während der 200 Jahre anhaltenden Herrschaft der Kommagenen errichtet. Ein etwa 54 km von Trabzon entfernt liegendes Kloster aus dem 14. Jahrhundert wurde der Jungfrau Maria geweiht; es ist auf einer Höhe von 300 m in eine Felswand hineingebaut und ist für seine Wandmalereien bekannt.


Zentralanatolien

Mittelpunkt ist die moderne Großstadt Ankara, die Hauptstadt der Türkei. Sie wurde in den Zwanziger- und Dreißigerjahren in dem nur dünn besiedelten Gebiet unter der Aufsicht von Kemal Atatürk gebaut, um die alte Hauptstadt Istanbul zu ersetzen. Ant Kabirr, Atatürks Mausoleum, ist das Wahrzeichen der Stadt und nur eines der zahlreichen Denkmäler des Nationalhelden. Ein kleines Museum mit persönlichen Erinnerungsstücken Atatürks befindet sich inmitten der riesigen Anlage. Anadolu Medeniyetleri Müzesi, das Museum der Anatolischen Zivilisationen, auch Hethiter-Museum, südlich der Zitadelle im restaurierten ehemaligen überdachten Basar untergebracht, beherbergt eine einmalige und prächtige Sammlung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen der Hethiter, Römer, Seldschuken und aus der neolithischen Zeit. Eine weitere Sehenswürdigkeit, die Arslanhane Camii, eine Moschee aus dem 13. Jh. mit einer von 24 Holzpfeilern getragenen Holzdecke befindet sich im Basarviertel. 200 km östlich von Ankara liegt das kleine Dorf Bogazkale. In der Umgebung von Bogazkale wurden 1906 die Staatsarchive der Hethiter gefunden, und die Überreste der ehemaligen Hauptstadt des Hethiterreiches Hattusa (ca.1650-1200 v. Chr.) befinden sich hier. Im Dreieck Bogazkale - Alaca Hüyük - Yazilikaya kann man die bedeutende Stätte besichtigen. Eine der bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten Anatoliens ist das Felsheiligtum Yazilikaya aus dem 13 Jh. v. Chr. Sungurlu ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in diese faszinierende Region. Amasya, eine der reizvollsten Städte Anatoliens, war die Hauptstadt des einstigen Königreiches Pontus. Die Felsengräber der Könige von Pontus und die auf einem hohen Berg gelegenen Ruinen einer Zitadelle mit den Überresten eines ottomanischen Palastes sind einen Besuch wert. Ganz in der Nähe liegen die Städte Tokat und Sivas mit Beispielen seldschukischer Architektur. Die surrealistisch anmutende Erosionslandschaft von Kappadokien besteht aus bizarren Felsformationen, Tuffsteinkegeln und Schluchten. Die Bewohner dieses Gebietes haben seit 400 v. Chr. ganze Siedlungen in die weichen Felswände aus vulkanischem Gestein geschlagen. Einige der Dörfer, z. B. Soganli, sind noch immer bewohnt. In Göreme kann man Felskirchen mit byzantinischen Fresken besichtigen. In Zelve steht ein etwas unheimlich wirkendes Kloster. Die von bizarr geformten Felsen umgebenen Dörfer Ortahisar und Uchisar mit ihren Festungen bieten einen ausgezeichneten Rundblick. Das enge Tal von Ihlara und die unterirdischen Städte Kaymakli und Derinkuyu sind faszinierend. Überall in Kappadokien findet man kleine Hotels und Campingplätze; die besten Hotels gibt es in den Städten Nevsehir und Ürgüp. Die historischen Siedlungen Kanes, Karum und Fraktin (heute ein Wintersportort) in der Nähe der Stadt Kayseri sind ebenfalls einen Besuch wert.

Konya, eine grüne Oase inmitten der kargen, südwestanatolischen Steppenlandschaft, ist trotz moderner Einflüsse eine stark vom Islam geprägte, traditionelle anatolische Stadt geblieben. Die letzte Hauptstadt des Seldschukenreiches und viertgrößte Stadt der Türkei ist eine der ältesten Siedlungen der Welt - sie geht auf das 7. Jahrtausend v. Chr. zurück. Hier lebte der Mystiker Mevlana, der den Orden der Tanzenden Derwische gründete. Mevlanas Mausoleum wurde 1927 zum Museum erklärt, nachdem Kemal Atatürk eine weltlich orientierte Politik einführte. Für viele Gläubige ist es aber immer noch ein Heiligtum. Aus dieser vergangenen Epoche sind beeindruckende restaurierte Bauten zu besichtigen. Besonders sehenswert sind die Alaeddins Moschee (13. Jh.), das Portal der Ince Minare Medresse, das Fayencen-Museum der Karatay Medresse und die Iplikci-Moschee, Konyas ältestes Gebäude. Die antiken Stätten Beysehir und Binbirkilise liegen in der Nähe von Konya.


Ostanatolien

Das weitläufige und kaum bevölkerte Ostanatolien ist ein raues Land mit extremen Temperaturunterschieden. Desolate Schönheit, grüne Wiesen und gewaltige Gebirgsmassive mit ewigem Schnee, Nomadenzelte, einsame Dörfer, Lehmhütten und verlassene Kloster prägen das Landschaftsbild. Erzurum, die größte Stadt der Region, war Jahrhunderte lang eine der östlichsten Bastionen des Byzantinischen Reiches. Die Moscheen und Mausoleen der Seldschuken und der Mongolen, byzantinische Stadtmauern sowie zwei Koranschulen mit Minaretten und fein geschnitzten hölzernen Eingangstoren sind einen Besuch wert. Die Grenzstadt Kars, nordöstlich von Erzurum, zeichnet sich durch eine mittelalterliche Festung (12. Jh.) aus. Östlich von Kars liegen die Ani-Ruinen aus dem 10. Jahrhundert. Noahs Arche soll auf Agri Dagi, dem Berg Ararat aus der Bibel, gestrandet sein. Am Fuße des Berges, in Dogubeyazit, liegen der Märchenpalast und die Moschee des Ishak Pascha. Die Aussicht vom Palast ist atemberaubend. Die befestigte Stadt Van liegt am östlichen Ufer des riesigen Van-Sees. Sie war zwischen 800 und 600 v. Chr. eine bedeutende Festung der Urartu. Die Felsengräber und Ruinen von Moscheen der Seldschuken und Ottomanen sind besuchenswert. Auf der Insel Akdamar steht die bezaubernde Kirche des Heiligen Kreuzes aus dem 10. Jahrhundert. Diyarbakir wurde im 4. Jahrhundert erbaut und ist von drei mächtigen Wällen aus schwarzem Basalt umgeben. In Mardin stehen Gebäude aus dem Mittelalter und eine römische Zitadelle. Urfa ist ebenfalls sehenswert. In Nemrut Dagi stehen gigantische Steinstatuen, die König Antiochus I. im 1. Jahrhundert v. Chr. errichten ließ und die einen unvergesslichen Anblick bieten. Unterkünfte in dieser Region sind einfach und mitunter schwer zu finden.


Wintersportorte

Die Wintersportorte der Türkei liegen meist auf bewaldeten Bergen der mittleren Hochlagen. Die nachfolgenden Skigebiete können mit dem Auto oder mit dem Flugzeug erreicht werden.

Uludag liegt 36 km südlich von Bursa und kann entweder über eine asphaltierte Straße oder mit der Drahtseilbahn erreicht werden. Saison ist von Januar bis April. Es gibt Anfängerhügel, Slalom, Riesenslalom, drei Skilifte, drei Sessellifte, ein kleines Krankenhaus und Après-Ski. Unterkunft findet man in Hotels und Skihütten (Kapazität 3100 Betten).

Saklikent 48 km nördlich von Antalya liegt die Bakirli-Dagi-Bergkette (2546 m). Es gibt Pensionen und Skihütten (Kapazität 2500 Betten). Die besondere Attraktion dieser Gegend ist das nahe gelegene Mittelmeer. Im März und April kann man morgens Ski laufen, und am Nachmittag schwimmen gehen.

Köroglu Dagi liegt an der Autobahn zwischen Istanbul und Ankara, etwa 50 km von Bolu entfernt. Das Skigebiet liegt auf einer Höhe von 1900-2350 m. Das Kartal-Hotel hat einen Swimmingpool und einen Skilift.

Palandoken, 6 km von Erzurum (Höhe 2200-3100 m), hat die längsten und schwierigsten Pisten der Türkei.

Sarikamis: Dieses Skigebiet in der Nähe von Kars hat gute Pisten und ideale Schneebedingungen (Höhe 2250 m).

Erciyes ist 25 km von Kayseri entfernt und liegt am östlichen Hang des Berges Erciyes Dagi (2150 m).


Landkarte


DER ISLAM

Der islamische Prophet Mohammed wurde im Jahre 570 n. Chr. geboren. Sein Vater, ein Qureischi aus Mekka, starb vor seiner Geburt und seine Mutter, als er sechs Jahre alt war. Das Kind wuchs bei seinem Großvater auf, der ihm dabei half, sich im Alter von 25 Jahren in Mekka als Händler zu etablieren.
612 begann er mit der Verkündung seiner Lehren, nachdem er durch Visionen zum Propheten berufen wurde. Trotz anfänglicher Erfolge zwangen ihn die Bürger der Stadt im Jahre 622, nach Medina umzusiedeln. Während der nächsten zehn Jahre beschäftigte er sich mit dem Aufbau einer Gemeinschaft, die sich einzig auf den Willen Gottes stützt. Weitere Konflikte folgten, insbesondere mit den Bürgern Mekkas. Als er 632 starb, waren jedoch viele arabische Stämme bereits unterworfen und bekehrt.

Es folgte eines der erstaunlichsten Phänomene der Religionsgeschichte. Innerhalb eines Jahres nach Mohammeds Tod war der Glaube bis in den Irak vorgedrungen, und zu Beginn des folgenden Jahrhunderts reichte sein Einflussbereich vom Indus bis zu den Pyrenäen.

Der Islam, die jüngste Weltreligion, beruht darauf, sich dem „Willen Gottes (Allah) zu unterwerfen“. Lehren für Seele, Körper und Geist, aber auch Gesetze für die Bereiche Bildung, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Strafrecht sowie Umgangsformen und alle moralischen Aspekte des täglichen Lebens für Einzelpersonen, Familien, Regierungen und für alle Gesellschaftsschichten weltweit sind in dieser Religion verankert. Der Koran, die Sunna und die Hadith sind die wichtigsten Quellen der islamischen Lehre und der Gesetze, die als Grundlage des Rechts dienen. Der Koran (Quran), das heilige Buch des Islam, enthält die Niederschrift des durch den Propheten Mohammed offenbarten Willen Allahs (Gottes) in insgesamt 114 Kapiteln (Suren) in arabischer Sprache. Die Sunna (arab. „Weg“), eine Ergänzung zum Koran, beschreibt die Lebensweise des Propheten Mohammed, während die Hadith seine Äußerungen zu Lebzeiten wiedergibt.

Der Prophet Mohammed empfing die Worte Allahs mit den Grundlagen der Religion (dem Koran) im 7. Jahrhundert n. Chr. während seines Aufenthalts in Mekka – heute die bedeutendste und heiligste Stadt der Welt des Islam – und in Medina. Medina, die zweitbedeutendste Stadt, liegt ca. 300 km nördlich von Mekka, ebenfalls in Saudi-Arabien. Hierher flüchteten Mohammed und seine Anhänger 622, nachdem die Verkündung seines monotheistischen Glaubens in Mekka auf Feindseligkeit gestoßen war. Die Stadt wurde zur ersten Hochburg des islamischen Glaubens. Die Flucht von Mekka nach Medina (Hijra) markiert den Beginn des mohammedanischen Kalenders und damit den Anfang des islamischen Neujahrs. 630 unterwarf Mohammed seine Heimatstadt Mekka und zog dorthin zurück. Nach Mohammeds Tod im Jahre 632 ging die Macht zeitweise in die Hände verschiedener Kalifen über, und es bildeten sich mehrere Gruppierungen innerhalb der Hauptreligion.

Die beiden Glaubensrichtungen mit der größten Anhängerzahl bestehen heute aus den Sunniten in Indonesien, Indien, Malaysia, Pakistan, Bangladesch, Syrien, Jemen, Teilen des Libanon, Ägypten, Nordafrika, Teilen von Westafrika, Saudi-Arabien, den Golf-Staaten und in großen Teilen der Türkei und aus den Schiiten im südlichen Irak, im südlichen Libanon und im Iran.

Der Islam setzt sich aus fünf religiösen Grundelementen zusammen, allgemein als die Fünf Säulen des Islam bekannt:

Schahada ist das Glaubensbekenntnis: „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet“.

Salaat: Fünfmal am Tag, bei Sonnenaufgang, zur Mittagszeit, am Nachmittag (Asr), bei Sonnenuntergang und vor dem Schlafengehen, wird gebetet. Der Zeitpunkt wird vom Muezzin vom Minarett der Moschee verkündet, was in einigen Ländern zum völligen Stillstand aller Tätigkeiten führt. Der Gläubige wendet sich in Richtung Mekka und betet ein vorgeschriebenes Gebet. Aus praktischen Gründen suchen nicht alle Muslime die Moschee zum Gebet auf, zahlreiche Ladenbesitzer und Geschäftsleute rollen im Geschäft oder Büro ihren Gebetsteppich aus. Das Hauptgebet am Freitag wird von der Kanzel der Moschee aus vorgebetet; die Predigt ist ebenfalls wichtiger Bestandteil des am Freitag stattfindenden Gottesdienstes. In zahlreichen Ländern entspricht der Freitag dem christlichen Sonntag, und Banken und Geschäfte haben den ganzen Tag geschlossen.

Zakat ist ein Almosen, eine vorgeschriebene Form der Spende - eine Art Vermögenssteuer, die Witwen, Waisen und Armen einer Gemeinde zugute kommt. Die religiöse Pflicht des Gläubigen gebietet, besonders während des Ramadan, ca. 10% seines Vermögens als Almosen an Bedürftige zu geben.

Ramadan: Alle Muslime müssen während des Heiligen Monats Ramadan fasten. Der Ramadan verschiebt sich jährlich um ca. 11 Tage, da er nach dem Mondjahr berechnet wird. Zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang sind allen Gläubigen Essen und Trinken, Geschlechtsverkehr und Rauchen verboten. Andersgläubige sollten dies respektieren und, wenn irgend möglich, in Gegenwart eines Muslimen nicht selbst dagegen verstoßen, da dies als eine Beleidigung des Glaubens aufgefasst wird und in strenggläubigen Ländern ernsthafte Folgen nach sich ziehen kann. Ganz besonders, wenn der Ramadan in die Sommermonate fällt, stellt die Abstinenz hohe Ansprüche an die Willenskraft. Geschäfte und Restaurants öffnen häufig früher als üblich und schließen am Nachmittag, in kleineren Ortschaften oftmals ganztags, dafür sind manche Geschäfte während der Nacht geöffnet. Nach Einbruch der Dämmerung wird das Fasten mit ausgedehnten Festessen unterbrochen.
Ursprünglich wurde mit diesem Fest die erste Offenbarung des Korans gefeiert, später begingen Mohammeds Anhänger dieses Fest als Erinnerung an einen bedeutenden Sieg über Gegner des Glaubens in Mekka. Am Ende des Ramadan feiert man das Fest Eid al-Fitr, das in zahlreichen islamischen Ländern gesetzlicher Feiertag ist. Dieses Fest kann sich über mehrere Tage erstrecken.

Der Hadsch ist die Wallfahrt nach Mekka. Jeder gläubige Muslim, der gesundheitlich und finanziell dazu in der Lage ist, sollte diese Pilgerfahrt einmal im Leben unternehmen. Während der Wallfahrtszeit am siebten und achten Tag des Monats Dhu-al-Hijja tragen alle Gläubigen (männlich Hadschi, weiblich Hadscha) beim Betreten des Heiligen Viertels von Mekka ein weißes nahtloses Gewand (Ihram). Hier umrundet der Pilger siebenmal die Kaaba (schwarzer Stein im Hof der Heiligen Moschee) und beschreitet siebenmal die Strecke zwischen den Hügeln Safa und Marwah in der Nähe von Mekka. Dieses Ritual ist Haggar gewidmet, die bereits im Alten Testament erwähnt wurde und siebenmal zwischen Safa und Marwah hin- und herlief, auf der Suche nach einer Quelle für ihren durstigen Sohn. Am neunten Tag beten die Pilger gemeinsam auf dem Berg Ararat – ein bedeutendes Ritual des Hadsch. Die Wallfahrtszeit endet förmlich mit dem Feiertag Eid al-Adha (Opferfest, das ebenfalls mehrere Tage dauern kann). Am zehnten Tag des Dhu-al-Hijja opfert man ein Kamel, Schaf oder gehörntes Tier. Nach der Kopfrasur legt man das Ihram ab und trägt wieder normale Tageskleidung (Ihlal). Solange sich der Pilger an einem Muhrim (einer heiligen Stätte) aufhält, darf kein Beischlaf stattfinden, kein Blut vergossen, nicht gejagt werden, und Pflanzen dürfen nicht versetzt werden.

Muslime betrachten ihre Religion als Teil des täglichen Lebens, durch den eine geordnete Gesellschaft mit klarer Definition des sozialen, geistigen und wirtschaftlichen Status eines jeden Menschen entsteht. Die Verhaltensregeln stammen zum größten Teil aus dem Koran. Besonders die Begrüßungsform Salam aleikum und die entsprechende Antwort Wa aleikum salam sind festgelegt und werden von Anhängern des Islam auf der ganzen Welt, unabhängig von ihrer eigenen Sprache, benutzt. Gutes Benehmen und Höflichkeit reflektieren die tief verwurzelten Sitten der Gastfreundschaft und der gegenseitigen Hochachtung. Die Gastfreundschaft war bereits vor der Einführung des Islam tief in der arabischen Kultur verwurzelt und ist durch die Lehren und Gesetze des Islam noch verstärkt worden. Themen wie Krankheit oder Tod sind nicht den gleichen Tabus unterworfen, die in der westlichen Gesellschaft vorherrschen, und werden so offen diskutiert wie in der westlichen Welt das Wetter. Muslime werden dazu angehalten, enge Familienbindungen zu pflegen, tolerant zu sein, zu versuchen, anderen Menschen Verständnis entgegen zu bringen und ihnen bei der Bewältigung ihrer Probleme zu helfen, soweit das in ihrer Macht steht.
Der Begriff „Familie“ umfasst alle Blutsverwandten; die Bedeutung dieser Familieneinheit kann nicht stark genug betont werden. Interne Familienstreitigkeiten gelten als Schande und müssen so schnell wie möglich beigelegt werden.

Geben und Nehmen: Gegenstände sollten immer mit der rechten Hand überreicht oder entgegengenommen werden.

Drogenmißbrauch: Obwohl einige Länder Haschisch und Marihuana anbauen, wird der Genuss von Drogen nicht geduldet, in vielen Ländern werden daher der Besitz, der Genuss und vor allen Dingen der Handel mit Drogen strengstens bestraft, zum Teil mit der Todesstrafe. Der Islam gestattet keinen Drogenmißbrauch, verboten sind besonders harte Drogen wie Heroin, Morphium und Kokain, aber auch alle Drogen, die das Bewusstsein, das Denken, die Urteilskraft, die Arbeit, das Studium und das Familienleben beeinflussen.

Alkohol: Laut islamischem Gesetz ist jeglicher Genuss von Alkohol verboten.

Glücksspiel wird in fast allen islamischen Ländern als ein Übel angesehen und ist daher meist strikt verboten.

Essen: Der Genuss von Schweinefleisch ist laut islamischem Gesetz untersagt.

Der islamische Kalender ist nach dem Mondjahr berechnet, d. h. der erste Tag jedes Monats fällt auf den Neumond. In „regulären“ Jahren mit 354 Tagen hat jeder Monat abwechselnd 30 oder 29 Tage, im Kabischah-Jahr mit 355 Tagen hat der letzte Monat 30 Tage. Innerhalb von 30 Jahren gibt es 19 „reguläre“ und 11 Kabischah-Jahre. Der neunte Monat eines jeden Jahres ist der Fastenmonat Ramadan (s. o.).

Die 12 islamischen Monate (mit den in erster Linie in Saudi-Arabien benutzten Monatsbezeichnungen) sind Muharram, Safar, Rabiaa (1), Rabiaa (2), Jumada (1), Jumada (2), Rajab, Schaaban, Ramadan, Shawwal, Dhul-al-Qa’da und Dhu-al-Hijja.

 

 
 
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